Grundbegriffe für Gefahrenmeldeanlagen
"Damit man weis, von/über was gesprochen wird"
Gefahrenmeldeanlagen, wie z.B. Überfall-, Einbruch-, Brand- oder Störmeldeanlagen, sind hochwertige elektronische Systeme zum Schutz von Leben und Sachwerten.
| Begriffserklärungen: |
| Gefahrenmeldezentralen: |
| Die Gefahrfenmeldezentrale ist das "Gehirn" einer jeden Gefahrenmeldeanlage. Sie wertet die durch die Alarmmelder ausgelösten Signale aus und gibt sie je nach Schärfungszustand als Alarmmeldung weiter an die Alarmgeber. Der Wert der einer Gefahrenmelderanlage steht und fällt mit der Qualität der Zentrale und der Auswahl der Alarmgeber. Eine Gefahrenmeldeanlage sollte den Mindestanforderungen entsprechen. Dies sind DIN VDE 0100, 0800 und DIN VDE 0833 sowie, je nach Risiko, die Richtlinien des VdS in der jeweils gültigen Fassung bzw. Klassifizierung A/B/C aber auch den Empfehlungen des jeweils zuständigen LKA. Das umfassende Programm an Gefahrenmeldeanlagen bietet Geräte aller Größenordnungen in verkabelter Technik, in Funk- und in Hybridtechnik an, um optimale Lösungen für Sicherungsprobleme des privaten, gewerblichen, industriellen und öffentlichen Bereiches zu ermöglichen. |
| Schalteinrichtungen / Zutrittskontrolle: |
| Schalteinrichtungen sind die Bedienelemente einer Einbruchmeldeanlage. Sie dienen zur externen Scharfschaltung bei Abwesenheit bzw. zur internen Scharfschaltung bei Anwesenheit. Je nach abzusicherndem Objekt bzw. Risiko bietet DST ein breites Spektrum an Schalteinrichtungen. Am beliebtesten zeichnet sich hierbei die berührungslose Scharfschalteeinrichtung aus. |
| Alarmgebereinrichtungen: |
| Alarmgebereinrichtungen melden im Alarmfall still über das Fernmeldenetz (drahtgebunden und/oder per Funk) oder mittels örtlicher optisch/akustischer Signalgeber direkt am Objekt. Die Effektivität einer Gefahrenmeldemeldeanlage hängt im großen Maße von der richtigen Auswahl bzw. Kombination der Alarmgebereinrichtung ab. |
| Alarmmeldereinrichtungen: |
| Überfall-, Glasbruch-, Bewegungs-, Kontakt, Rauch-, Brand-, Einbruchmelder u.s.w. werden zur Überwachung der zu sichernden Objekte eingesetzt. Sie entdecken einen Angriff auf das abgesicherte Objekt, detektieren den Eindringling bzw. eine Rauchentwicklung bzw. einen Brand und melden dieses an die Gefahrenmeldezentrale welche je nach Betriebs-, Programmierzustand die Meldung koordiniert und über die Alarmgeber an eine hilfeleistende Stelle leitet. Das umfangreiche Leistungsspektrum bietet hier für jede Überwachungsart die richtige Lösung. |
| Falschalarme: |
| Ein Problem stellen Falschalarme immer mehr für die Einsatzbehörden dar. Durch mehrere tausend Falschalarme pro Jahr wird die Polizei in unzumutbarer Weise belastet. Zur Reduzierung dieser Belastung müssen die Betreiber von Alarmanlagen bei sogenannten Falschalarmen, zu denen die Polizei gerufen wird, i.d.R. eine Gebühr zwischen ca. EUR 50,00 und EUR 100,00 (in manchen Bundesländern sogar mehr als EUR 150,00) zahlen. Bei mehrmaligem Falschalarm droht darüber hinaus die behördliche Stilllegung der Anlage. Gerade bei diesem Thema zeigt es sich immer wieder "Qualität zahlt sich aus! - Mach's gleich richtig!" |
| Fehlalarme: |
| Ein wichtiges Problem stellen fehlende Alarme einer Gefahrenmeldeanlage auf Grund mangelnder Funktion von technischen Komponenten dar. Um die Funktionssicherheit im Gefahrenfalle zu gewährleisten ist eine regelmäißge Überprüfung (siehe Inspektion) aller Anlagenkomponenten einer Gefahrenmeldeanlage nach VDE 0833 durch einen Fachbetrieb sicher zu stellen. Auch bei diesem Thema zeigt es sich deutlich "Qualität zahlt sich aus! - Mach's gleich richtig!" |
| Störungen: |
| Im Gegensatz zu anderen technischen Geräten, z.B. einem Fernseher, ist eine Störung an Sicherungsanlagen u.U. nicht direkt festzustellen. Eine Einbruchmeldeanlage z.B. soll grundsätzlich "schweigen" und nur im "echten Bedarfsfall" einen Alarm auslösen. Somit sollen Falsch- und Fehlalarme vermieden werden. |
| Außenhautüberwachung |
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Unter diesem Begriff versteht man die Überwachung aller Zugänge wie Fenster, Türen und sonstiger Zutrittsmöglichkeiten, so daß bereits der Versuch eines Eindringens in das Gebäude schnellstmöglich gemeldet wird. Das heißt, daß sich der Täter bei Alarmauslösung noch nicht im Gebäude befindet. Die Außenhautüberwachung ist die beste Art der Überwachung, da z.B. auch im Wohnbereich die Anlage bei Anwesenheit eingeschaltet werden kann. Die Bewegungsfreiheit innerhalb des Gebäudes wird durch die abgeschaltete Raumüberwachung erreicht. Bei höherwertigen Anlagen besteht zusätzlich noch die Möglichkeit, Wände, Böden und Decken auf Durchbruch zu überwachen. |
| Öffnungsüberwachung |
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Türen und Fenster können mittels eines geeigneten "Einbrecherwerkzeugs" gewaltsam geöffnet werden. Ziel der Öffnungsüberwachung ist es, daß eine Einbruchmeldeanlage dieses registriert und sofort Alarm auslösen kann. Das wird erreicht, indem alle Türen und Fenster an der "Außenhaut" eines Gebäudes durch geeignete Kontakte überwacht werden. Die Öffnungsüberwachung bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit einer ständigen Kontrolle, ob alle Fenster geschlossen, bzw. welche Fenster geöffnet sind. Im Wohnbereich ist die Kippstellung zulässig (Öffnungskontakte unten und mmöglichst auhc oben), im Gewerbebereich nicht (Öffnungskontakte nur oben). Für die Realisierung dieser Überwachungsart eignen sich verkabelte wie berührungslos arbeitende Kontakte (magnetisch betätigt, z.B. Reedkontakte). Am beweglichen Teil eines Fensters oder einer Tür wird der Dauermagnet befestigt, der Kontakt mit dem Anschlußkabel befindet sich am Rahmen. |
| Durchbruch- /Durchstieg- und Durchgriffüberwachung |
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Definition der Begriffe: Durchbruch: Überwachung auf Durchstieg oder Durchgriff Durchstieg: Überwachung auf Durchstieg durch eine Person Durchgriff: Überwachung auf Durchgriff mit der Hand Durchgriff mit Hilfswerkzeugen: Überwachung auf Durchgriff mit z.B. einem Drahthaken oder sonst. Greifwerkzeug |
| Glasbruchsensoren |
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überwachen eine Scheibe auf Durchbruch. Es gibt passive und aktive Glasbruchsensoren, die je nach Sicherungsklasse (Klasse A und B für passive Glasbruchsensoren, Klasse C für aktive Glasbruchsensoren) sowie der Glasart (Silikatglas, Strukturglas, Verbundglas usw.) eingesetzt werden. Glasbruchsensoren werden auf die Scheibe geklebt. Sie sind mit einem Piezokristall ausgestattet und registrieren alle auf die Scheibe eintreffenden Schallereignisse. Zersplitterndes Glas verursacht ein ganz spezielles Geräusch in der Glasscheibe. Der Glasbruchsensor "erkennt" dieses Geräusch aufgrund seines speziellen Frequenzspektrums. Nur beim Auftreten dieses speziellen Frequenzspektrums löst der Sensor Alarm aus. Hinweis. Nur die Kombination von Öffnungsüberwachung und Durchbruchüberwachung kann die optimale Überwachung bieten. |
| Räumliche Überwachung |
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Die räumliche Überwachung ist eine dreidimensionale, vollständige oder teilweise Überwachung eines Sicherungsbereiches. Sollte ein Täter von der Außenhautüberwachung unbemerkt in das Gebäude eingedrungen sein oder er befindet sich bereits vor dem Scharfschalten der Anlage im zu überwachenden Bereich, wirkt die Raumüberwachung. Man verwendet dazu Bewegungsmelder. Üblicherweise werden dazu Passiv-Infrarot-Bewegungsmelder (abgekürzt PIR-Melder) verwendet. Diese PIR-Melder erkennen Änderungen der Infrarotstrahlung im überwachten Bereich. Durch die Körperwärme einer Person tritt eine solche Änderung beim Betreten bzw. Durchqueren des Erfassungsbereiches des Melders auf. Um die unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen, sind die PIR-Melder mit 3 in ihrer Strahlengangcharakteristik unterschiedlichen Optiken lieferbar: - Flächenoptik geeignet für die Überwachung von Räumen bis 12 x 12m - Streckenoptik geeignet für die Überwachung von Fluren - Vorhangoptik geeignet für die Überwachung von Durchstiegsbereichen Räume, die flächendeckend mit solchen Meldern überwacht werden, können nicht unbemerkt betreten oder durchquert werden. Nur die Kombination von Außenhautüberwachung und Raumüberwachung kann die optimale Überwachung bieten. |
| Meldergruppen |
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Eine Meldergruppe ist die Zusammenfassung mehrerer Melder innerhalb eines Sicherungsbereiches zu einer Gruppe. Die einzelnen Melder einer Meldergruppe sind in Reihe geschaltet. Bei der Bildung von Meldergruppen innerhalb eines Sicherungsbereiches ist zu beachten: - ein Bereich darf sich nur über ein Geschoß erstrecken (Ausnahme: Treppenhäuser). - es sollen maximal 5 Räume zu einer Meldergruppe zusammengefaßt werden. - es sollen maximal 20 Kontakte zu einer Meldergruppe zusammengefaßt werden. Beispiel: Alle Öffnungskontakte im Wohnzimmer und im Eßzimmer werden auf eine Einbruchmeldergruppe (Meldergruppe 1) zusammengefaßt. Die Glasbruchsensoren dieser beiden Räume bilden eine weitere Einbruchmeldergruppe (Meldergruppe 2). Anhand dieser beiden Meldergruppen kann der Betreiber jetzt unterscheiden, ob im Wohnzimmer / Eßzimmer ein Fenster geöffnet ist (Meldergruppe 1) oder eine Fensterscheibe zerschlagen wurde (Meldergruppe 2). Würde man in diesem Beispiel das Wohnzimmer und das Eßzimmer auf eine jeweils eigene Meldergruppe schalten, könnte der Betreiber noch differenzierter unterscheiden. |
| Einbruchmeldergruppe: |
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Eine Einbruchmeldergruppe löst einen Einbruchalarm aus. An eine Einbruchmeldergruppe sind Melder der Außenhautüberwachung oder der Raumüberwachung angeschlossen. Für die Einbruchmeldergruppe gibt es drei Schaltzustände: 1. unscharf: Die ausgelöste Meldergruppe wird an der Zentrale und an einem Anzeigetableau angezeigt, löst jedoch keinen Alarm aus. Ist z.B. ein Fenster im Wohnzimmer geöffnet, wird die entsprechende Meldergruppe über eine LED (Leucht- diode) angezeigt. Zur Intern-/Extern-Scharfschaltung darf keine Meldergruppe ausgelöst haben. 2. Internscharf: (Anwesenheitssicherung) Eine ausgelöste Meldergruppe löst sofort einen Internalarm aus. An der Zentrale oder am Anzeigetableau wird die betroffene Meldergruppe durch die entsprechende LED blinkend dargestellt (Erstmeldeanzeige). Die gespeicherte Meldergruppe muß gelöscht werden. Hinweis: Meldergruppen mit Bewegungsmeldern sollen bei "internscharf" immer gesperrt sein, damit durch den Betreiber nicht versehentlich ein interner Falschalarm ausgelöst werden kann. Gesperrte Meldergruppen verhalten sich bei "internscharf" wie unscharfe Meldergruppen. Bei Alarm im internscharfen Zustand: Die Zentrale bietet dazu zwei verschiedene Programmiermöglichkeiten: 1. Vor- und Hauptalarm: (entspricht nicht den VdS-Richtlinien) Wurde für "internscharf" Vor- und Hauptalarm programmiert, so wird bei Alarmauslösung zuerst ein Voralarm gestartet. Dieser wird nach der eingestellten Voralarmzeit (max. 3 Minuten) von einem Hauptalarm abgelöst. 2. Nur Voralarm: In dieser Variante wird bei Alarmauslösung nur ein Voralarm abgesetzt, der nach der eingestellten Voralarmzeit wieder endet. Es erfolgt kein Hauptalarm. 3. Externscharf: (Abwesenheitssicherung) Bei "externscharf" löst eine Meldergruppe im Alarmfall unverzögert einen Hauptalarm aus. Die LED-Anzeigen an der Zentrale und am Anzeigetableau bleiben dunkel. Erst nach dem Unscharfschalten wird über einen Summer auf den Alarm aufmerksam gemacht. An der Zentrale und am Anzeigetableau wird die ausgelöste Meldergruppe durch die entsprechende LED blinkend dargestellt. Die gespeicherte Meldergruppe muß gelöscht werden. Im Zustand "externscharf" ist das Sperren der Meldergruppe nicht möglich! Gesperrte Meldergruppen (z.B. Bewegungsmelder) werden automatisch geschärft. In einer Einbruchmeldergruppe dürfen nur Kontakte, Sensoren oder Melder eingesetzt werden, die zur Alarmauslösung bei "internscharf oder bei "externscharf" vorgesehen sind.Die Kombination zwischen Außenhautsicherung (Kontakte / Sensoren) und Raumüberwachung (Bewegungsmelder) in der gleichen Meldergruppe ist nicht sinnvoll und auch nach den VdS-Richtlinien nicht gestattet. Hinweis: Unabhängig von der Programmierung für "internscharf" erfolgt im externscharfen Zustand bei Alarmauslösung sofort ein Hauptalarm. |
| Verschlußgruppe: (auch "Riegelschaltgruppe" oder "Zwangsläufigkeitsgruppe") |
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Alle Außentüren, die aus dem Sicherungsbereich führen, müssen vor der Scharfschaltung verschlossen sein. Aus diesem Grund werden die Riegel der vorhandenen Schlösser mit Riegelschaltkontakten auf "Verschluß" überwacht. Eine Verschlußgruppe wirkt nur auf die Zwangsläufigkeit. Sie löst jedoch keinen Alarm aus. In eine Verschlußgruppe kann auch das Störungsrelais eines Alarmübertragungsgerätes aufgeschaltet werden. Dies würde z.B. eine externe Scharfschaltung bei gestörtem Telefonwählgerät verhindern. Außentüren müssen "zwangsläufig" in die Überwachung mit einbezogen werden! D.h.: Außentüren (mit Ausnahme der Hauptzugangstüre) dürfen über das vorhandene Schloß von außen nicht aufschließbar und zu öffnen sein. |
| Überfall-Meldergruppe: |
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Die Überfallmeldergruppe dient der Notauslösung bei Gefahr. Eine Überfallmeldergruppe ist immer scharf und kann nicht abgeschaltet werden. Die Überfallauslösung wird in zwei Arten gegliedert. 1. Überfallauslösung mit örtlicher Alarmierung - bei Auslösung der Überfallmeldergruppe werden die örtlichen Alarmgeber sofort angesteuert. Dies ist sinnvoll, um eine bevorstehende Gefahrensituation abzuwenden, wenn z.B. nachts im Garten ein Eindringling beobachtet wird oder wenn beispielsweise ein Hausierer an der Haustür zudringlich wird. Die ausgelösten Sirenen sollen diese Personen abschrecken und vertreiben. 2. Überfallauslösung mit stiller Alarmgabe Werden Personen (z.B. bei einer Geiselnahme) direkt bedroht, dann soll ein Alarmausgelöst werden, ohne daß der Geiselnehmer dies bemerkt. Die Überfallmeldung löst in diesem Fall nicht die örtlichen Signalgeber aus, sondern alarmiert über ein Alarmübertragungsgerät direkt die hilfeleistende Stelle = NSZ. |
| Sabotage-Meldergruppe: |
| Bestimmte Meldergruppen können auf Sabotage programmiert werden. Als solche sind sie immer meldebereit. Die Sabotagemeldergruppe überwacht z.B. die Deckelkontakte der Außenalarmgeber, der sabotageüberwachten Verteiler und Schalteinrichtung. Die Sabotagemeldergruppe ist immer scharf und kann nicht gesperrt werden. Im unscharfen Zustand oder im Internscharfen Zustand der Anlage, wird im Auslösefall immer ein Internalarm ausgelöst. Der Internalarm ist zeitlich nicht begrenzt. Erfolgt das Auslösen der Sabotagemeldergruppe bei "externscharf", wird sofort ein Hauptalarm abgesetzt. |
Quellen: VDE0833, BHE sowie Honeywell Security Deutschland GmbH

